Schweden

Stockholm in 5 Tagen

Folgende Themen und Inhalte werde ich ansprechen:
Wichtige Infos

Wenn ihr auf eurer Reise in Stockholm mit dem Bus, der Bahn oder der S-/U-Bahn fahren möchtet, solltet ihr euch unbedingt die App SL (Stockholms Lokaltrafik) installieren. Hier könnt ihr ganz einfach ein oder mehrere Tickets kaufen und diese entsprechend für eure Fahrten aktivieren. Ihr benötigt dabei nicht für jede Person eine eigene App. Die Tickets können auch für mehrere Personen auf einem Handy gespeichert werden. Sobald ihr ein Ticket aktiviert, ist dieses 75 Minuten gültig. Innerhalb dieser Zeit könnt ihr per QR-Code in die verschiedenen Verkehrsmittel einsteigen. In der App könnt ihr außerdem ganz bequem eure Route und eure Ziele suchen. Das Ergebnis zeigt euch, welche Verkehrsmittel ihr verwenden müsst und wo ihr umsteigen müsst. Zusätzlich könnt ihr euch auf einer Karte die Standorte der einzelnen Haltestellen anzeigen lassen. Gerade beim Umsteigen von Bus zu Bahn oder in andere Verkehrsmittel ist das besonders hilfreich, da ihr so den Standort der jeweiligen Haltestelle leichter finden könnt.

Auf unserer gesamten Route haben wir ausschließlich bargeldlos bezahlt. Daher ist es absolut nicht notwendig, Bargeld zu wechseln. Ganz im Gegenteil: Ihr werdet eher Probleme haben, überhaupt mit Bargeld bezahlen zu können.

Besonders wichtig ist meiner Meinung nach auch ein guter Wasserfilter. Ihr könnt zwar ohne Probleme Wasser aus den Seen Schwedens entnehmen, jedoch würde ich dieses ohne vorheriges Abkochen trotzdem nicht trinken. Durch unseren hochwertigen, dreistufigen Wasserfilter konnten wir das Wasser ohne große Sorgen direkt verwenden.

Stockholm

Nach unserem Flug nach Stockholm (Arlanda) hatten wir bereits von Deutschland aus eine Weiterfahrt mit dem Flixbus nach Stockholm T-Central gebucht. Da es sich um einen europäischen Flug handelte, müsst ihr weder mit einer Passkontrolle noch mit langen Wartezeiten rechnen. Wir haben vom Flugzeug bis zur Flixbus-Haltestelle nicht einmal 30 Minuten benötigt. So schnell habe ich auch noch nie mein Gepäck erhalten.

Da wir ursprünglich von einer längeren Wartezeit ausgegangen waren, buchten wir unseren Bus für eine spätere Uhrzeit. Nachdem wir aber deutlich früher als erwartet am Busbahnhof angekommen sind, haben wir den Fahrer gefragt, ob wir bereits den früheren Bus nehmen dürfen. Das war überhaupt kein Problem. In Stockholm T-Central angekommen, sind wir zuallererst zum Outdoor-Geschäft Naturkompaniet in der Kungsgatan 26 gelaufen. Hier haben wir unser Gas für den Kocher besorgt. Am besten erkundigt ihr euch bereits im Vorfeld, welches Gas ihr mit welchem Anschluss benötigt. Unsere Gaskartusche mit dem kleinen Schraubanschluss war problemlos erhältlich und in verschiedenen Größen verfügbar. Anschließend haben wir noch in der Stockholm City Food Hall zu Mittag gegessen, bevor unser eigentlicher Trip so richtig begonnen hat.

Tyresta Nationalpark

Von Stockholm Central sind wir mit dem Zug und anschließend mit dem Bus zu unserer Endstation „Krusboda Torg“ gefahren. Ab hier ging es zu Fuß durch den Tyresta Nationalpark in Richtung Svartsjöns Naturreservat. Unsere erste Übernachtung war an einem Campingplatz nach der Albybron-Brücke. Diesen Platz haben wir sowohl in unserer Navigations-App OsmAnd als auch über Google gefunden. Allerdings handelt es sich hierbei nicht wirklich um einen klassischen Campingplatz, sondern eher um eine feste Feuerstelle mit vier Bänken und Platz für maximal zwei kleine Zelte. Wir haben uns außerdem den nächsten Campingplatz angeschaut. Dieser befindet sich etwa 500 Meter weiter am Albybadet. Dort habt ihr eine riesige, flache Wiese mit einem öffentlichen Badezugang zum See. Trotzdem haben wir uns letztendlich für die kleine, abgeschiedene Variante mit der Feuerstelle und den Felsen entschieden. Hier habt ihr definitiv mehr Adventure-Feeling und seid zu 100 % für euch. Natürlich seht ihr immer wieder Wanderer über die Brücke kommen, aber in der Regel verirrt sich niemand zu dieser kleinen Stelle.

Wie immer hatten wir unseren gesamten Proviant für unsere drei Übernachtungen dabei. Auf diesem Trip haben wir unsere gesamten Altbestände an Trek'n-Eat-Produkten aufgebraucht. Wir hatten zwei Fertiggerichte und Milchpulver von Trek'n Eat, Grießbrei, Müsli und Nudeln mit Thunfisch aus der Dose dabei. Am ersten Abend haben wir unsere Nudeln gekocht und den Thunfisch zusammen mit einer Zwiebel angebraten. Mit einer Fertigsoße aus der Tüte wurde daraus ein leckeres Nudelgericht. Da wir unsere Nudeln immer mit einem Suppenwürfel kochen, gab es zuvor noch eine leckere klare Suppe. Später am Abend haben wir dann noch eine unserer Milchpulverreserven mit Grießbrei und Kaba zubereitet. Damit hatten wir bereits am ersten Abend das größte Volumen und Gewicht unserer Mahlzeiten verbraucht. Nach der ersten Übernachtung mit Lagerfeuer und dem morgendlichen Frühstück haben wir alles zusammengepackt und uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel gemacht.



Durch die Seenlandschaft

Am zweiten Tag führte uns unser Weg an mehreren Seen vorbei: dem Övre Kärret, Långsjön und Mörtsjön in Richtung Stensjön. Hier haben wir unsere Mittagspause verbracht. Eigentlich war der Plan, einmal um den See zu laufen, um am anderen Ende weiter in Richtung unseres Ziels zu gelangen. Letztendlich haben wir uns jedoch für die direkte Route zum Årsjön entschieden. Im Nachhinein war das definitiv die beste Entscheidung. Die gesamte Strecke war mit unserem Gepäck von etwa 18 kg doch sehr anstrengend. Ich empfehle euch deshalb generell, an allen Seen eine kurze Pause einzulegen und die atemberaubende Aussicht zu genießen. Jeder einzelne See war unglaublich klar und wunderschön. Unser Trail an diesem Tag führte durch ganz unterschiedliche Landschaften. Angefangen bei kleinen Wegen durch Nadelwälder, vorbei an wunderschönen Seen, über felsige Pfade (teilweise fühlten sich diese wie kleine Hochebenen an) bis hin zu Mischwäldern und Feldern. Dieser Abschnitt war zwar sehr anstrengend, aber gleichzeitig wunderschön und absolut empfehlenswert. An unserem zweiten Camp gab es eine Schutzhütte mit Grillstation und Feuerstelle. Hier mussten wir uns den Platz mit mehreren Campern teilen. Das war jedoch überhaupt kein Problem, denn die einzelnen Gruppen hatten sich weitläufig im Wald verteilt. Wir haben wieder einen perfekten Platz in der Nähe des Sees und der Schutzhütte gefunden. Eine Übernachtung in der Hütte wäre ebenfalls möglich gewesen. Diese hatte ausreichend Platz für etwa vier Personen. Auch an diesem See haben wir wie bereits am Tag zuvor die Chance genutzt, ein Bad im See zu nehmen. Nach dem Abendessen und dem anschließenden Feuer ging es nach einem anstrengenden Tag ins wohlverdiente Bett. Am nächsten Morgen gab es Tee und Kaffee, gefolgt von Milch mit leckerem Müsli und heißem Kaba. Nach dem Abbau und Zusammenpacken machten wir uns wieder auf den Weg zu unserer letzten Übernachtung.



Svartsjöns Naturreservat

An dieser Stelle kann ich euch gleich eine Empfehlung geben. Diesen Abschnitt würde ich nicht noch einmal wählen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, würde ich stattdessen eine weitere Runde durch den Tyresta Nationalpark laufen und an einem weiteren See übernachten. Unser Weg zum Svartsjöns Naturreservat führte durch zwei Ortschaften, ein Industriegebiet und schließlich über eine lange geschotterte Straße zum Eingang des Reservats. Auch wenn unser letzter Spot letztendlich der schönste und abgeschiedenste Campingplatz gewesen ist, war der Weg dorthin einfach nur unfassbar anstrengend und führte größtenteils an Straßen vorbei. Nach den schönen Wald- und Seeabschnitten der vorherigen Tage war dieser Teil deshalb eher ernüchternd. Der Campingplatz selbst war dafür wieder wunderschön. Es gab eine Feuerstelle mit zwei Bänken und Platz für zwei Zelte. Wie bei allen Rastplätzen gab es einen flachen Zugang zum See. Diesen haben wir nicht nur zum Baden, sondern auch zum Wasserfiltern und zum Spülen unserer Teller genutzt. Selbstverständlich haben wir dabei kein Spülmittel verwendet, sondern ausschließlich das Seewasser und einen Spüllappen.



Stockholm – Gamla Stan

Am vorletzten Tag ging es lediglich eine Stunde durch den Wald in Richtung der Bushaltestelle „Håga“. Ab hier sind wir wieder mit Bus und Bahn nach Stockholm Central gefahren. Leider war unser Zimmer noch nicht bereit, weshalb wir zunächst unser Gepäck abgegeben haben und zum Essen gegangen sind. Nach dem Essen und unserem Check-in haben wir erst einmal eine heiße Dusche genommen und frische Kleidung angezogen. Nach den vergangenen Tagen im Wald mit Lagerfeuer, war das ehrlich gesagt auch dringend nötig. Anschließend ging es zu Fuß durch die Altstadt Gamla Stan. Wir haben hierfür wieder ein Hotel gewählt, das vom Preis-Leistungs-Verhältnis und vom Standort her unschlagbar gewesen ist. Unsere Route durch Gamla Stan führte an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Hier stellt ihr euch am besten eure ganz persönliche Route zusammen, je nachdem, welche Interessen ihr habt. Ihr könnt euch aber auch einfach durch die schönen alten Straßen und Gassen treiben lassen. Gerade das macht für mich den Charme von Gamla Stan aus. Auch Restaurants und Souvenirläden findet ihr hier ausreichend. Besonders empfehlen kann ich euch das Restaurant Lilla Gästebud in der Lilla Nygatan 16. Hier gibt es zwar nicht viele Gerichte, dafür aber traditionelle schwedische Küche. Für Schweden solltet ihr generell etwas mehr Geld einplanen. Für unser Abendessen mit einem Getränk haben wir für zwei Personen zwischen 60 und 70 Euro bezahlt.

Unsere Unterkunft in Stockholm:
ProfiHotels Central



Stockholm bei Regen

Am letzten Tag war laut Wetterprognose ausschließlich Regen gemeldet. Dementsprechend haben wir die beiden Museen auf diesen Tag verschoben. Begonnen haben wir mit dem Vasa Museum. Bei unserer Recherche konnten wir uns zunächst nicht ganz vorstellen, wie ein Museum nur ein einziges Ausstellungsstück haben kann. Vor Ort wurde dann aber schnell klar, warum. Das Museum und das Schiff sind wirklich beeindruckend und der Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Ihr solltet jedoch unbedingt so früh wie möglich am Morgen mit diesem Museum beginnen. Wir haben nach unserem zweistündigen Besuch eine riesige Warteschlange vor dem Museum gesehen. Wenn ihr euch das ersparen möchtet, lohnt es sich also, etwas früher aufzustehen. Anschließend war eigentlich die Bergbahn mit dem Park geplant. Bedingt durch den Regen haben wir uns jedoch dazu entschieden, stattdessen das Stockholmer Schloss zu besichtigen. Das wiederum würde ich für den Preis nicht unbedingt empfehlen – zumindest nicht, wenn ihr schon einmal in einem Schloss gewesen seid. Für uns war es im Vergleich zum Vasa Museum einfach deutlich weniger beeindruckend. Nach dem Schloss haben wir noch einmal im Lilla Gästebud gegessen und sind nach dem Abholen unseres Gepäcks im Hotel zurück zur T-Central-Bushaltestelle gelaufen. Wenn ihr die traditionellen Nussschnecken aus Schweden kosten möchtet, solltet ihr wie wir unbedingt noch einen Bäcker aufsuchen. Das gehört für uns definitiv zu einem Schweden-Besuch dazu. Wie zu Beginn sind wir auch wieder mit dem Flixbus zum Flughafen gefahren. Die Tickets könnt ihr entweder vor Ort am Automaten kaufen oder, wie wir, bereits von Deutschland aus buchen. Ab hier läuft dann wieder alles wie gewohnt. Beziehungsweise mussten wir über die Self-Check-in-Stationen einchecken. Wir hatten wie gewohnt bereits am Abend zuvor unseren Online-Check-in durchgeführt und unser Ticket per E-Mail erhalten. Mit dem QR-Code auf diesem Ticket könnt ihr an den Self-Check-in-Stationen euren Klebestreifen für euer Gepäck erhalten. Sobald ihr diesen an eurem Gepäck befestigt habt, könnt ihr dieses am Bag-Drop-Schalter aufgeben. Dementsprechend wird der gesamte Prozess ohne Personal und nur durch euch durchgeführt.



Fazit

Ein Urlaub muss nicht immer mehrere Wochen dauern, um schön zu sein. Wir hatten leider nur fünf Tage für unseren Trip zur Verfügung und trotzdem eine unglaublich schöne Zeit in Stockholm. Die meisten bekannten Trails und Wandergebiete befinden sich zwar im nördlichen Teil Schwedens. Trotzdem kann man auch im südlicheren Teil eine wunderschöne Zeit verbringen und atemberaubende Natur erleben. Den Tyresta Nationalpark kann ich euch auf jeden Fall sehr empfehlen. Gerade wenn ihr nur wenig Zeit habt und trotzdem einen kleinen Trip in die Natur starten möchtet, ist dieser Nationalpark eine tolle Möglichkeit. Die Kombination aus wunderschönen Seen, Wäldern und unterschiedlichen Landschaften hat uns wirklich begeistert. Genauso ist Stockholm mit Gamla Stan für mich ein absolutes Muss und sollte bei einer Reise nach Schweden ebenfalls eingeplant werden. Gerade die Kombination aus einigen Tagen in der Natur und anschließendem Aufenthalt in der Stadt hat unseren Trip für uns besonders gemacht. Auch wenn Schweden insgesamt sehr teuer war, hätte ich trotzdem sehr gerne noch mehr Zeit eingeplant. Fünf Tage waren für uns ausreichend, um einen ersten Eindruck zu bekommen, aber definitiv nicht genug, um alles zu sehen, was Schweden zu bieten hat.